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Gute Verwaltung schafft Klarheit

Ein Gebäude, viele Interessen: Im Stockwerkeigentum entscheidet die Zusammenarbeit mit über den Werterhalt. Eine Zürcher Diplomarbeit mit 442 Befragten zeigt, worauf es ankommt.

Stockwerkeigentümerinnen und Stockwerkeigentümer erwarten von ihrer Verwaltung mehr als Jahresrechnung und Versammlung. In der Befragung zur Diplomarbeit von Ermina Sivac zählen 74 Prozent administrative Genauigkeit und 64 Prozent transparente, vorausschauende Kommunikation zu den wichtigsten Aufgaben. Rund drei Viertel wünschen sich zudem aktive Beratung. Aus Verwaltungssicht gehört das zusammen: Zahlen müssen stimmen, Anliegen brauchen eine Antwort und Entscheidungen eine verständliche Grundlage.

Vertrauen entsteht zwischen den Versammlungen

Fast neun von zehn Befragten sind überzeugt, dass eine gute Vertrauensbasis zur Verwaltung das Zusammenleben in der Gemeinschaft verbessert. Vertrauen entsteht im Alltag: durch erreichbare Ansprechpersonen, klare Zuständigkeiten und sichtbare Fortschritte bei offenen Pendenzen. Gerade nach einem Verwaltungswechsel hilft ein ehrlicher Überblick über übernommene Unterlagen, laufende Aufgaben und nächste Schritte. Wer Probleme früh anspricht, verhindert, dass aus einer offenen Frage ein Grundsatzstreit wird.

Bei Sanierungen braucht es klare Rollen

Bauliche Veränderungen und Sanierungen sind in der Umfrage das häufigste Konfliktfeld. Kosten, Zeitpunkt und Nutzen treffen in einer Gemeinschaft auf unterschiedliche Lebenssituationen. Unsere Aufgabe als Verwaltung ist es, den Gebäudezustand und die finanziellen Folgen rechtzeitig zum Thema zu machen, Varianten und Finanzierung nachvollziehbar aufzubereiten und den Erneuerungsfonds im Blick zu behalten. Für die technische Planung und Bauleitung grösserer Vorhaben gehören Fachleute früh an den Tisch. Die Verwaltung bleibt die koordinierende Schnittstelle und sorgt dafür, dass die Gemeinschaft auf einer tragfähigen Grundlage entscheiden kann.

Entscheidungen gelingen gemeinsam

Mehr als 85 Prozent der Befragten sehen in der Vorbereitung und Leitung der Eigentümerversammlung einen wichtigen Einfluss darauf, ob Konsens gelingt oder Konflikte eskalieren. Gute Anträge zeigen deshalb nicht nur eine Empfehlung, sondern auch Kosten, Alternativen und Folgen eines Aufschubs. Gleichzeitig braucht es Eigentümerinnen und Eigentümer, die Unterlagen lesen, Fragen stellen und bei notwendigen Investitionen mitentscheiden. So wird aus unterschiedlichen Interessen ein handlungsfähiger Beschluss – und aus laufender Verwaltung vorausschauender Werterhalt.

Grundlage: Ermina Sivac, Diplomarbeit «Eine Gemeinschaft, viele Realitäten» (2026), und zugehörige Online-Umfrage im Kanton Zürich mit 442 Teilnehmenden. Die Ergebnisse beschreiben diese Befragung; sie sind keine schweizweite Repräsentativstudie.
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